Future Search

Mit Visionen in die Zukunft gehen

Ziel: Gemeinsame Zukunftsbilder entwickeln. Verbindlich Ziele und Maßnahmen für die Organisation setzen.

Teilnehmer: Ein repräsentativer Querschnitt der Organisation über Hierarchie- und Funktionsebenen hinweg sowie u. a. Kunden, Lieferanten und Händler.

Charakter: Unterschiedliche Interessengruppen erfahren ihre Situation gegenseitig besser zu verstehen und Verantwortung zu übernehmen. Das Ergebnis dieser Veranstaltung ist eine gemeinsame Vision und die verbindliche Installation von Maßnahmen zur Umsetzung im Sinne der Ziele dieser Vision.
Future Search ist ein strukturiertes und erprobtes Konzept, das besonders für Organisationen beim Eintritt in eine neue „Phase“ geeignet ist. Future Search ist empfehlenswert auch für die Zusammenarbeit von Gruppen mit konfliktbeladener Vergangenheit.

Durchführung: In fünf Schritten durchlaufen die Anwesenden die Veranstaltung: 1. Rückblick, 2. Ist-Situation innen und außen, 3. Vision/Ziele, 4. Konsens über die Ziele, 5. Erste Schritte. Die Teilnehmer arbeiten wechselnd in homogenen und heterogenen Gruppen. Im letzten Schritt werden verbindliche Maßnahmen zur Erreichung der gemeinsam festgelegten Ziele installiert.

Veranstaltungsdauer: 16 Stunden auf 3 Tage verteilt mit einer Teilnehmerzahl ab 40 bis zu 72 Personen.

Das Besondere von Future Search: Die Zukunftskonferenz ist eine Methode, die es ermöglicht, ein vorher in viele Richtungen strebendes System wieder auf einen Kurs zu bringen. Es wird nicht auf die Probleme geschaut, sondern auf die Gemeinsamkeiten der Teilnehmenden. Lust auf die Zukunft entsteht durch das kreative und freie Arbeiten der anwesenden Interessengruppen und durch die Einsicht, dass alle im gleichen Boot sitzen. Die gemeinsam eingeschlagene Richtung wird im Konsens verabschiedet und damit die Akzeptanz aller weiterführenden Maßnahmen erreicht.

Ablauf der Zukunftskonferenz: Der Veranstaltungsablauf ist in fünf Phasen geteilt. Die Phasen Vergangenheit und Gegenwart dienen dem Sammeln von Informationen, der Wahrnehmung aktueller Trends und Entwicklungen, dem Dialog, dem Lernen und Entdecken. Es wird ein Gesamtbild der Realität erzeugt. Die Teilnehmenden finden in diesen Phasen stärker zueinander. Hier wird die Basis für gemeinsame Ziele und gemeinsames Handeln geschaffen. In diesen Phasen werden Gemeinsamkeiten erarbeitet und Gemeinschaft entwickelt.
In der folgenden Phase Zukunft entwickeln die Teilnehmenden ihre idealistischen, wünschenswerten und in das konkrete Umfeld passenden Zukunftsvisionen für die Organisation, „Wie sehen wir unsere Organisation im Jahr 2020?“. Es werden Handlungsfelder angesprochen und bereits Veränderungsansätze visualisiert.
In der Phase Konsens werden die gemeinsamen Ziele dieser Visionen herausgearbeitet, „Was soll in unserer Organisation geschehen?“ Jeder Teilnehmer muss hinter allen Zielen stehen. So kann eine nachhaltige Wirksamkeit der angestoßenen Aktionen sichergestellt werden.
Die letzte Phase der der Zukunftskonferenz ist gekennzeichnet von Zielen und dazugehörigen Maßnahmen. Letztere werden in Arbeitsgruppen entwickelt, um gleich nach der Veranstaltung umgesetzt werden zu können. Hier wird besonders deutlich, dass die Teilnehmenden die Motivation und Bereitschaft haben, sich für ihre Organisation einzusetzen.
Während der Veranstaltung arbeiten die Teilnehmenden in homogenen und heterogenen Gruppen. Homogen bedeutet, dass Personen der gleichen Interessengruppen zusammenarbeiten. Heterogen, dass Vertreter der verschiedenen Interessengruppen miteinander in einer Gruppe arbeiten.

Prinzipien von Future Search:

  • Alle Interessengruppen in einen Raum bringen.
  • Blick auf die Zukunft statt auf die Probleme.
  • Gemeinsamkeiten finden, statt Konflikte bearbeiten.
  • Das ganze offene System untersuchen.
  • In selbstgesteuerten Gruppen arbeiten.
  • Erst Maßnahmen planen, wenn der Konsens erreicht ist.
Anwendungsanlässe für Future Search:

Zukunftskonferenzen eignen sich, um…
  • langfristige Ziele für eine Organisation oder ein Ressort zu entwickeln.
  • die Zukunft eines strategischen Themas festzulegen (z. B. die Zukunft des Kundenservices).
  • die Zukunft einer Stadt, eines Bezirkes oder Dorfes zu definieren.

Ein Beispiel: Eine der größten Flächensparkassen in Hessen, die Kreissparkasse Schwalm-Eder, befand sich nach insgesamt drei Fusionen in den letzten 15 Jahren im Übergang zwischen Dezentralisierung und Zentralisierung ihrer Dienstleistungen. Es gab zu viele dezentrale Einheiten, altersbedingt schieden viele Führungskräfte aus, die Unternehmens-strukturen waren veraltet und die sich rasant verändernden Marktbedingungen zeigten sich in ständig neuen Anforderungen an das Unternehmen. Ein schnelles Handeln sowie die sofortige Umsetzung von Veränderungsmaßnahmen sollten mit einer Zukunftskonferenz angegangen werden. Dazu wurden 64 Personen aus verschiedenen Hierarchien und Funktionen zu einer zweieinhalb tägigen Konferenz eingeladen.

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