Habe ich gefunden, wonach ich suchte? Tue ich das, wo drin ich am besten bin? Kann ich damit am meisten bewirken? Ist mein Leben geprägt durch das, was mir Kraft, Lebendigkeit und Freude gibt? Und ist das überhaupt erstrebenswert oder sollte ich mit dem einverstanden sein, was sich mir bietet? Fragen, die ich mir stelle, Carole Maleh, Change Management Beraterin und Tänzerin.  

Ich war 10 Jahre, als ich entschied, mein eigenes Leben zu leben. 15 als ich allein meine erste Reise unternahm. 16 Jahre, als ich mein Elternhaus verließ. Es folgten Reisen, Tanzausbildung, Ausbildung zur Industriekauffrau, Studium der Wirtschaft, Auslandsaufenthalt. Mit 29 Jahren begann ich meine Arbeit als Change Management Beraterin als Gründerin meines eigenen Unternehmens. Drei Jahre später schon kam mein erstes Buch auf den Markt. Mit 45 nahm ich eine Auszeit. Seit über 20 Jahren bin ich nun Beraterin und seit 5 Jahren semiprofessionelle Tänzerin.

Bewegung, Verantwortung & Führung

Ich schaue auf mein Leben. 51 Jahre liegen hinter mir, geprägt durch ständige Bewegung, Schnelligkeit, Selbstständigkeit, rasanter und massiver Veränderung, starker Herausforderungen und des Schaffens. Bei all dem war ich immer umgeben und in Beziehung mit Menschen. Was sich durch all diese Jahre durchzieht, ist Bewegung, Verantwortung und Führung. Ich war immer in Bewegung. Ich hatte immer Verantwortung und führte immer ein Thema oder Menschen an.

Was war die treibende Kraft dahinter? Weshalb forderte ich mich immer wieder selbst heraus? Diese Fragen brachten mich dazu darüber nachzudenken was der Sinn meines Lebens, mein Anliegen sei.

Die Frage nach dem Sinn des Lebens oder dem höchsten Anliegen

Gibt es so etwas wie den Sinn im Leben? Gibt es ein höchstes Anliegen? Über die Jahre hörte ich diese Fragen immer wieder. Sie glitten an mir vorbei, spürte ich doch auch ohne Antwort ein Bestreben in mir. Nach was, das konnte ich nicht sagen. Doch eines war mir sehr früh klar: Ich musste bewegen!

Ich musste bewegen, entweder mich selbst im Tanz oder in der Außenwelt, andere Menschen. Wenn ich bewegte, fühlte ich mich kraftvoll, lebendig, sinnvoll und freudig. Ich hatte das Gefühl von Kompetenz und Schaffen, von Wertigkeit und Wirkung. Es gibt drei Bereiche in meinem Leben, die genau dies in mir hervorbrachten. Die Liebe zu meinem Partner, der Tanz und die Arbeit mit großen Gruppen und vielen Menschen.

Liebe & Verbundenheit: Quelle für Kraft, Inspiration und Leidenschaft

Die Liebe lässt mich morgens aufstehen. Es gibt nichts, was mehr erfüllt. An erster Stelle steht die Liebe zu meinem Partner. Das Gefühl von Angenommen-sein, von Lieben und Geliebt-sein, von Unterstützt-sein und herausgefordert werden, von Gebraucht-werden, von Sicherheit und Abenteuer. Diese Liebe und Verbundenheit zum Partner ist für mich die reichhaltigste Quelle für meine Kraft, Liebe und Hingabe für alles, was ich tue und schaffe.

Die Liebe und Verbundenheit zur Familie schaffen darüber hinaus das Gefühl, dass jemand hinter mir steht, was auch immer passiert und ich jederzeit geschützt bin. Die Liebe mit Freunden führt für mich zu einem Gefühl von ebenbürtiger Kameradschaft. Und jedes der Gefühle trägt dazu bei, dass ich mich im Leben getragen fühle.

Liebe ist auch mit Kunden möglich

Und auch mit Kunden ist mir in den letzten Jahre Liebe und Verbundenheit immer wichtiger geworden. Respekt, Vertrauen, sich zuhören, sich als Partner verstehen, gemeinsam den Prozess erleben, gemeinsam das Beste geben, damit der Change Prozess erfolgreich wird. Mit vielen Kunden entstand eine Form der Liebe, die zu Treue und Verbundenheit führt, selbst lange nach Beendigung der Zusammenarbeit.

Liebe lohnt sich! Der Sinn des Lebens und den Mut, den es dafür braucht

Den Tag über mit Menschen verbringen, die ich auf die eine oder andere Weise liebt, ist für mich der Grund, warum ich morgens aufstehe. Lieben und sich verbunden fühlen sind für mich, das, was meinem Leben einen Sinn gibt. Dadurch erfahre ich Kraft, Inspiration und Leidenschaft.

Es dauerte Jahrzehnte, bis ich an diesem Punkt angekommen bin. Der Punkt, an dem ich mich traute, tief und hingebungsvoll zu lieben. Dem Partner gegenüber, aber auch ein durch Liebe und Verbundenheit geprägter Umgang mit dem Kunden. Und auch auf der Straße, wenn ich Unbekannten begegne und meine Menschenliebe spüre. Zu lieben macht verletzlich. Den Mut zu haben, sich in der Liebe zu zeigen, sie nicht als Schwäche zu verstehen, sondern als Stärke, sie zu leben in unterschiedlichster Form, sei es als Hingabe, Respekt, Zärtlichkeit, Verständnis oder Freundlichkeit, braucht Mut.

Es hat sich gelohnt, über die Jahre diesen Mut zu entwickelt. Denn Lieben lohnt sich!

Der Tanz und wie ich dadurch lebendig werde

Tanzen ist mein Leben. So fühlte ich schon immer. Ich tanzte einfach. Nie fragte ich nach dem Warum? Ich wusste einfach, dass es richtig war. Doch nun frage ich: Warum tanze ich? Tanz ist für mich der Inbegriff von Bewegung, von Harmonie und Liebe. Den Körper fließen zu lassen, zu spüren, wie er sich bewegen möchte, meine Gefühle, Gedanken und all das, was in mir ist, in Bewegung und zum Ausdruck zu bringen. Zu spüren, wie ich glücklich ich beim Tanzen werde, wie ich innerlich wachse und das Gefühl habe, zu leuchten. Zu erfahren, dass ich selbst von meinem eigenen Tanz bewegt bin und wie Zuschauer sich davon mitreißen lassen. Das ist eine unglaublich erfüllende Erfahrung!

Doch tanzen war nicht ausreichend. Ich wollte mehr bewegen.

So tanzte und bewegte ich mich schon mein ganzes Leben. Doch meinen eigenen Körper zu bewegen, schien nicht mehr genug, als ich erwachsen wurde. Der Gedanke wurde immer stärker, dass ich noch etwas anderes außer mir selbst bewegen wollte. Ich wollte mit anderen und für etwas anderes etwas bewegen. Doch wusste ich nicht was, zu jung war ich für diese Überlegungen. Greenpeace und andere Weltorganisationen kamen auf meine Liste, wo sie für einige Zeit „parkten“.

Verantwortung & Führung: Das Leben als Kämpferin

Zurück zu meinen Jahren als Kind, Jugendliche und junge Frau. Ich war eine Kämpferin. Angeführt von Werten, wie Gleichberechtigung, Fairness, Schutz und Füreinander einstehen. Ich setzte mich für andere ein und lernte früh, dass ich etwas bewirken kann. Menschen reagierten auf mich. Ich schien Vorbild zu werden. Mit den Jahren erkannte ich, dass Verantwortung übernehmen und Führung für mich genauso ein Naturell waren, wie Bewegen.

Die Liebe zur Unternehmenswelt

Ich liebte Anzüge. Ich mochte die Ernsthaftigkeit in Besprechungen. Die Klarheit und Struktur. Alles hatte seine Vorgaben. Jeder wusste, was zu tun ist. Es war alles gut organisiert, fokussiert und stringent. Alles hatte seine Ordnung. Ich liebte das. Buchhaltung, Marketing, Vertrieb, Einkauf, Produktion faszinierten mich. So erlebte ich vor fast 30 Jahren meine Ausbildung als Industriekauffrau. Hier wuchs meine Anziehung zur Unternehmenswelt.

Wie ließ sich nun diese Anziehung mit meiner Fähigkeit, zu führen, mit meinem Drang nach Verantwortung und Bewegen verbinden? Diese Frage wurde mir beantwortet, bevor ich sie stellte.

Unternehmen & die Welt verändern: Wie große Gruppen mein Zentrum wurde

Er schien der Retter meiner Träume, die ich damals noch nicht träumte. Er erkannte Chancen, meine Fähigkeiten und Begabungen. Mein Diplomvater. Mit seinem Themenvorschlag für meine Diplomarbeit legte er den Grundstein für nun über 20 Jahre Beratertätigkeit. In seinem Vorschlag konnte ich verbinden, was mich ausmachte: Bewegung, Verantwortung, Führung und den Wunsch, etwas in der Welt zu verändern. Change Konferenzen und ihre Möglichkeit, damit unternehmerische Probleme zu lösen, wurde mein berufliches Zentrum.

Exkurs: Change Konferenz-Methoden sind Modelle, mit denen mehrere hundert Menschen zur gleichen Zeit an Themen, Lösungen und Unternehmensentwicklung beteiligt werden. Jeder Teilnehmer hat eine Stimme. Jeder Teilnehmer ist für den Erfolg mitverantwortlich. Mehr dazu unter https://carole-maleh.com/change-konferenzen.html

Mir wurde klar, was genau ich für meine Zukunft wollte. Ich wollte in Unternehmen Veränderung bewirken. So sehr ich meine Erfahrung in Unternehmen in früheren Jahren schätzte, waren sie doch geprägt durch Kühle, mangelnden Respekt für die Mitarbeiter, wenig Spielraum und starkes hierarchisches Denken mit der Stimmung von Unterordnung. Es gab kaum Liebe zwischen den Menschen, kaum Wohlbefinden und Freude.

Einen Beitrag für die Welt leisten, direkt vor der Tür in den Unternehmen

Und mit dem Wunsch, etwas in der Welt zu ändern konnte ich direkt vor meiner Haustür beginnen, nämlich in den Unternehmen meiner Stadt. Mit den Change Konferenz-Methoden hatte ich dafür ein passendes Instrument gefunden.

Ich wollte dazu beitragen, dass sich die Menschen in ihren Organisationen, wo sie die längste Zeit am Tag verbrachten, wohler fühlten. Mit Gewissheit, obgleich ohne vorherige Erfahrung, ging ich davon aus, dass, wenn sich Mitarbeiter am Arbeitsplatz wohler fühlten, sie zufriedener mit ihrer täglichen Arbeit sind, mit Kollegen und Führungskräften besser klarkommen und auch eher mit dem Vorgehen in der Organisation einverstanden sind.

So würde dann nicht nur die Leistungsfähigkeit des Unternehmens steigen, sondern auch das Wohlempfinden der Mitarbeiter und schließlich auch das der Familien und des privaten Umfeldes.

Wertschätzung & Beteiligung: Eine Form der Liebe

Die Erfahrung hat gezeigt, dass meine damalige naive Vorstellung zu Beginn meines Unternehmertums richtig war. Die Wertschätzung, die die Teilnehmer in Change Prozessen erlebten veränderte die Stimmung am Arbeitsplatz, gepaart natürlich mit einer wirtschaftlich positiven Wirkung für das Unternehmen. Gehört werden, mitwirken können, Lösungen vorantreiben zu können, verantwortlich sein zu dürfen, ein Teil des Gesamten zu sein, macht den Menschen Freude. Unternehmen und Familien profitieren davon.

Für mich, als Mensch und Change Management Beraterin, ist der Erfolg solcher Arbeit, die Freude bei den Menschen und deren Gefühl von Verbundenheit zueinander, mein höchstes Anliegen.

Dankbar und freudig
Ihre
Carole Maleh

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