Immer noch muss ich lächeln, wenn ich daran denke, wie wir letzte Woche im Rahmen einer großen Konferenz mit 600 Personen versucht haben, mit ineinander fest verankerten Stühlen interaktive Gruppenarbeit zu konzipieren! Was für eine Paradoxie!

Die Situation: Die Ergebnisse aus 14 Workshops mit je 40 – 50 Personen sollen auf unterschiedliche Weise zusammengeführt werden. Bevor man jedoch entschied, auf der Konferenz mit allen Mitarbeitern interaktiv zu arbeiten, hatte man schon die Tagungsstätte gebucht – denn für 600 Personen lässt sich so schnell nicht das geeignete finden. Daher lieber früh buchen.

An fester Struktur geht kein Weg vorbei

Doch die Besonderheit dieser Tagungsstätte bestimmt, dass die Stühle im Plenum aufgrund gesetzlicher Verordnungen in Reihen hintereinander und miteinander fest verankert sein müssen. In keinster Weise darf eine auch nur eventuell gefährdende Situation entstehen. Somit können die Stühle nicht in kleine Gruppen gestellt werden.

Ein Kampf um mehr Flexibilität seitens der Tagungsstätte beginnt. Doch ein Abrücken von dieser Anforderung ist ausgeschlossen.

Eine entsprechende Gruppenarbeit muss her

Es musste also eine Form der Gruppenarbeit her, die diese starre Struktur umschifft. So sammelten wir Ideen: Die Teilnehmer reden erst mit dem einen, dann mit dem anderen Nachbarn oder jeder tauscht sich mit zwei Nachbarn aus. Alle stehen auf, wenden sich zu anderen Personen, finden sich zu viert zusammen. Alle rücken in den Reihen zwei Plätze nach rechts oder links und kommen dann in andere Gruppen zusammen u.s.w.

Am Ende fanden wir eine recht gute Lösung. Einen Schaden wird diese Situation für das Ergebnis der Konferenz sicher nicht haben, denn zu den anderen Einheiten ist wunderbar interaktiv gearbeitet worden. Dennoch: Anders ist schöner.

Ende gut alle gut? Und was wir gelernt haben

Der Kunde ahnt, dass er vor Buchung der Location lieber schon den Ansatz bzw. eine Idee zum Vorgehen auf der Konferenz haben sollte, damit Location und Vorgehen zueinander passen. Das Orgateam erlebte Zusammenhalt und Kreativität als sie fieberhaft daran arbeiteten, die Ziele der Konferenz, den Anspruch nach Interaktivität und gleichzeitig die Rahmenbedingung der Location zu erfüllen. Und ich? Vor 10 Jahren hätte mich diese Situation wohl noch sehr aus dem Konzept gebracht. Jetzt freue ich mich, dass ich scheinbar gut gelernt habe, Ruhe zu bewahren.

Dankbar und mit herzlichen Grüßen
Ihre
Carole Maleh

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